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Ausgangssituation Seite 1 von 3
Seit Ende der 80er Jahre erhitzt das Kormoranproblem auch in Vorarlberg die Gemüter. Zu dieser Zeit frequentierten bis zu 1500 Kormorane einen Schlafplatz in der Fußacher Bucht (Bodensee). Klagen
der Berufsfischer und Angler über eigene Ertragsrückgänge wurden laut, auch von ökologischer Gefährdung einzelner Fischbestände wurde gesprochen. Als Reaktion darauf wurde bereits damals die " Arbeitsgruppe Kormoran
" des Landes Vorarlberg ins Leben gerufen. Zu einer wissenschaftlichen Analyse des Einflusses fischfressender Vögel auf die Fischbestände im Rheindelta (Bodensee) kam es allerdings erst im Jahr 1997, zu einem Zeitpunkt
mit wesentlich geringerer Kormoranpräsenz im Untersuchungsgebiet. Für dieses Gutachten (ZIMMERMANN 2002a) wurden nicht nur die Bestände der Kormorane (Phalacrocorax carbo sinensis), sondern auch die der Graureiher (Mergus
merganser) und Haubentaucher (Podiceps cristatus) erhoben und hinsichtlich ihres Einflusses auf die Fischfauna in der Fußacher Bucht und im gesamten österreichischen Anteils des Bodensees analysiert. Die Untersuchungen für
die genannte Auftragstudie bilden die Basis für die vorliegende Dissertation.
Kormorane werden seit jeher als Konkurrenten des Menschen
angesehen, daher wurden sie schon in früheren Zeiten massiv bejagt. Ihre Bestände in Europa wurden beginnend vor etwa 100 Jahren so stark dezimiert, dass sie unter Schutz gestellt werden
mussten. Dies führte zu Beginn der 80er Jahren dazu, dass sich die Bestände explosionsartig ausbreiteten und vielerorts fischereiökonomische oder gar Fischökologische Schäden beklagt
wurden (ULMER 2000). Ähnliche Regulationsmechanismen haben auch die Situation der anderen genannten fischfressenden Vogelarten verändert. Die Kenntnis der Bestandentwicklung dieser
Fischprädatoren in ganz Europa ist eine wichtige Voraussetzung für eine realistische Einschätzung der Teilebestände im Bereich des österreichischen Bodensees. Daher wird die aktuelle Situation der
europäischen Bestände dieser Vögel vorab kurz erörtert.
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